Great Lengths - CHANGES 2024/03

– 23 – Changes begibt sich gemeinsam mit der Modistin Julia Schneider-Koch auf Spurensuche. STATEMENT E s gab einmal Zeiten, in denen niemand auch nur im Traum daran dachte, oben ohne vor die Tür zu treten. Der Hut war eine Frage des Anstands, heißt es beispielsweise in Debrett’s „Etiquette for Girls“, der Autorität auf dem Gebiet moderner Umgangsformen. Zugegeben, hier kommen britische Experten zu Wort, nicht nur weil das Inselreich über eine florierende Hutmachergilde verfügt, das Pferderennen in Ascot jedes Jahr auch ein Schaulaufen der gut behüteten Hautevolee ist und der königliche Dresscode Frauen bei offiziellen Anlässen bis 18.00 Uhr zum Huttragen verpflichtet. Auch die Google-Recherche spuckte für das UK ungefähr 43 Millionen Ergebnisse in 0.43 Sekunden aus. Verglichen damit kam „Hut-Knigge“ auf Deutsch nur auf 146.000 Treffer. Und nicht nur im virtuellen Raum sieht es in Sachen Kopfputz eher mau aus. Diesseits des Ärmelkanals – vor allem in deutschsprachigen Ländern – ist der Hut aus dem Straßenbild fast verschwunden, und das obwohl Fashion-GöttInnen, Stilikonen oder ModepäpstInnen die Rückkehr des Hutes seit Jahren zelebrieren.

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